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Aus! Das Spiel ist aus!

25. Juni 2008 - 0:39

Oaaah, l'Égalisation turque! C'est incroyable! war das Letzte, das ich vom Halbfinalsspiel Deutschland-Türkei, live übertragen auf dem französischen Radiosender Europe 1 hörte.
Die EM hatte ganz Deutschland im Griff, und sogar mich, wenn auch nur aus Interesse an der französischsprachigen Berichterstattung. Aber nach diesem emotionalen Aufschrei des Kommentators schaltete ich ab. Und verpasste ... Ja, was eigentlich? Die Antwort auf diese Frage, sowie exklusive Bilder von der Bayreuther EM-Fanmeile findet ihr in diesem Artikel.

Text von Philipp Schmieder | Fotos von Lisa Roderer

Nichts.
Genauso wie die Millionen ZDF-Zuschauer in den 10 Minuten Sendeausfall aufgrund eines Blitzeinschlags nichts verpassten, verpasste auch ich nichts, als ich das Radio ausschaltete. Das heißt, wir verpassten fast nichts. Immerhin hätte man ja eine Gruppe hochbezahlter und durchtrainierter Fußballer (oft auch «Deutschland» genannt) bei ihrem öden Spiel begaffen können.
Die weltweite Übertragung der EM macht die Perversion des Sports perfekt: Chipsmampfend und bierschlürfend hockt die ganze Nation vor ihren Flatscreens. Oder schreit sich beim Public Viewing besoffen die Kehle aus dem Hals. Und das, nur aufgrund schwitzender Körper, die einer Sportart, die hierzulande zum «Nationalsport» hochstilisiert wird, nachgehen?
Natürlich nicht, denn Fußball ist mehr als nur eine Sportart. Für viele ist es nämlich ein Lebensinhalt, mit «dem Club» zu fiebern, oder live dabei zu sein, wenn «Deutschland» spielt.
Und insbesondere wenn letzteres der Fall ist, schließen sich auch noch ganze Horden von Pseudo-Nationalisten und Deutschtümlern dem Spektakel an. Da werden Autos mit Fähnchen versehen, Kleidungsstücke aus Deutschlandfahnen genäht, oder - wie am GCE jüngst geschehen - ganze Fensterfronten mit den Nationalfarben behängt. Es stellt sich ein seltsames Patriotismus-Gefühl ein, das nun leider überhaupt nichts mit einem gesunden Nationalstolz, wie ihn etwa die meisten unserer Nachbarländer pflegen, zu tun hat. Denn anstatt eines Zusammengehörigkeitsgefühls, das an nationale Werte gekoppelt ist, stellt hier die Fußballnationalmannschaft die einzige Verbindung dar. Kaum ist die Meisterschaft vorbei, hat Deutschland nicht gewonnen, ist der ganze Spuk vorbei - und es bleiben nur noch die abgebrochenen Plastikstiele der Autofähnchen auf den Straßen.

Wie dem auch sei, es spricht natürlich gründsätzlich nichts dagegen, zu feiern, was auch immer der Anlass ist. Deshalb hat sich Lisa für euch ins Getümmel der Bayreuther «Fanmeile» gestürzt und für dein.gs einige exklusive Fotos geschossen.

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Schwarz wie mein Humor.

Rot wie meine Wangen, nach dem Lesen dieses hervorragenden Artikels.

Gold(en) wie mein Lobgesang, den ich am Sonntag anstimmen werde, wenn endlich Schluss mit den Spielen ist ...

Und am Montag, aber ganz bestimmt spätestens am Dienstag, werden dann Frau Dr. Angela Merkel und ihre Kollegen die nächste soziale Ungerechtigkeit aus der Schublade holen ... Und dann bitte auch die Fähnchen nicht vergessen!

oleeeeeeeeee! SCHLAND! deutschland ist weeeeeeeeltmeisstaaaaaaaaaa!
war echt voll krass die EM aba der artikel da is aweng komisch!!!???

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