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Schoko, was sonst ...

2. Juli 2008 - 0:20

Was einst als Sporthalle der alten Kaserne und später als Fabrik gedient hat, wird heute durch Sport und Kultur wiederbelebt. Zu verdanken haben wir diesen Umstand dem Verein Kulturkraft e. V., denn er hat die Hallen umfunktioniert und bietet Jugendlichen einen Treffpunkt. Durch die Planung einer Party kam ich ein paar Wochen vor dem Tag der offenen Tür schon in den Genuss ein paar Mitglieder des Vereins persönlich kennenzulernen.

Text und Fotos von Lisa Roderer

Am Tag X machte ich mich auf die Suche nach einem Verantwortlichen. Dabei stieß ich auf Pete, seines Zeichens selbst freischaffender Künstler. Der zusätzlich bei der Renovierung der Räumlichkeiten stark involviert ist. Er führte mich durch die Halle, die angemietet werden sollte. Erst bekam ich einen Schreck, doch schon ein paar Augenblicke später, sah ich bereits die Möglichkeiten, die in diesen Räumen steckten. «Erst anpacken, dann ...» So ist das Motto der Schokofabrik. Also legten wir los. Pete arbeitete, wenn es seine Zeit erlaubte, ein paar Stunden vormittags und wir nachmittags. Nach fünf Tagen, hatten wir eine Menge geschafft, die Räumlichkeiten waren von dem bevorrateten Baumaterial und für den Umbau notwendigen Baumaschinen befreit, das Podest gestrichen, der Staub von zwei Jahren Umbauphase zusammengekehrt und alle Stühle, Tische und Sitzmöglichkeiten geputzt. Samstag Mittag war es dann geschafft, der Vorraum und der Innenraum mit Bar, erschien in neuem Glanz. Nicht perfekt, aber für mich gut genug. Die Location war gut gewählt. Zwei Tage später, als wir die letzten Spuren der Party beseitigt hatten, nur noch Türe zuziehen und nach Hause fahren. Das war's? Nein, so einfach war das nicht, zumindest nicht für uns. Denn Pete stand an jenem Montag Nachmittag, nach dem wir die Musikanlage abgebaut hatten, vor dem Eingang zur Halle, gab uns erst wortlos die Hand und sagte dann leise: «War schön mit euch. Jetzt wird es wieder still bei uns. Vielleicht sehen wir uns ja irgendwann mal wieder ...» Jedem von uns steckte in diesem Moment ein Kloß im Hals und einem jeden stiegen die Tränen in die Augen. Wie könnten wir vergessen, wie in den Tagen, die wir hier arbeitend verbrachten, kein einziger verging, an dem man uns nicht freundlich begrüßt oder ein kleines Schwätzchen gehalten hat. An dem Besucher oder Mitglieder mit uns zu der Musik, die unser kleiner Wecker abspielte, groovten. Ebenso wie es keinen Nachmittag gab, an dem man nicht mit Tom, dem Facility-Manager und Künstler, über Ideen zur Umgestaltung gesprochen hat. Natürlich wurden wir oft neugierig oder kritisch bei unserer Arbeit beäugt, aber das Eis war schnell gebrochen. Am Schluss gab es für unseren Einsatz auch Lob. Nein, nicht wie ihr denkt ... Eher zufällig erhaschte ich die Worte von zwei Vereinsmitgliedern, die den dekorierten Saal für den Transport des Baumaterials durchqueren mussten: «Haben die echt toll gemacht!» Dieses Lob kann ich am Schluss dieses Beitrages nur zurückgeben. Habt ihr toll gemacht! Und ein Wiedersehen wird es sicher geben. Vielleicht schon bald.

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War erst da, ist wie ausgestorben dort. Die ersten Rampen des Dirtbikeparks mussten abgebaut werden, aus Sicherheits- bzw. Statikgründen. Sieht schlimm aus ...

... von Pete. War zwei Wochen beim Klangseminar in Warmensteinach. Kleine Auszeit von der Baustelle ;)

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