Lecker Fleisch!
25. Mai 2008 - 21:24
Das und vieles mehr klären unsere Autoren in dieser Ausgabe der Gegenrede.
Viele Argumente, die gegen das Essen von Fleisch sprechen, lassen sich auf der anderen Seite als Argumente dagegen auslegen:
Die Tiere, die angeblich auf so grausame Weise getötet werden, werden nur dafür gezüchtet. In von Vegetariern – sicher auch zurecht- oft als Todesfabriken beschimpften Schlachthöfen werden Tiere auf für sie meist schmerzlose Weise getötet, und dann hygienisch weiter verarbeitet. Krankheiten o. ä. können nicht auftreten, da das Fleisch in allen Schlachtereien auf Trichinen und andere Krankheitserreger getestet wird.
Von vornherein kranke, aber trotzdem an Schlachthöfe gelieferte Schweine werden bei der Fleischbeschauung aussortiert und separat in speziellen Schlachtereien getötet.
Wenn man keine Tiere essen darf, dürfte man dann eigentlich überhaupt etwas essen,
z. B. Pflanzen: Sind die nicht auch Lebewesen? Würde man Tieren Rechte geben, dann setzt man sie fast gleich mit dem Menschen. Das hätte wiederum zur Folge, dass man entweder keine Tiere essen darf oder Tiere und Menschen straffrei essen darf.
Es ist auch wissenschaftlich belegt, dass Fleisch den Körper aufbaut, ihn stark macht. Das ist auch nicht seit gestern bekannt, sondern das vermutete Cäsar schon als Ausgangspunkt der Kraft der Germanen. Ohne das Essen von Fleisch wäre die Menschheit vielleicht schon ausgestorben, da in der Steinzeit schon Tiere gejagt, auf brutalere Weise als heute geschlachtet und auch gegessen wurde. Wenn es damals im Winter keine Beeren gab, musste man getrocknetes Fleisch essen oder sterben.
Wäre der Mensch ein geborener „Pflanzenfresser“ hätte er nach wissentlichen Erkenntnissen einen längeren Darm, da jedes vegetarisch lebende Tier im Vergleich zu fleischfressenden Tieren einen im Verhältnis zu Körpergröße längeren Darm hat.
Fleisch ist auch ein wichtiger Eiweiß- und Eisen-Lieferant, den Vegetarier nicht haben. Es wird zwar zum Beispiel versucht, auf Tofu, Hirse und andere Produkte, auszuweichen die die Nährstoffe von Fleisch aber nicht ganz ersetzten können.
Als letzter Punkt wäre noch zu erwähnen das viele Leute Fleisch essen weil es ihnen einfach gut schmeckt.
Es ist gar nicht so einfach, einen kurzen Kommentar über den Vegetarismus zu schreiben.
Denn wo man auch hinsieht: Es gibt schlichtweg keine wirklichen Argumente – von polemisierenden Phrasen à la «Ihr esst meinem Essen das Essen weg» oder «Die Viecher sind doch froh, dass sie geschlachtet werden» einmal abgesehen – dagegen.
Und weil die Pro-Argumente so vielfältig sind, will ich nur drei davon kurz annreißen.
Zunächsteinmal ist da natürlich der ethische Aspekt. Rassismus und Sexismus scheinen heutzutage passé, doch wie sieht es mit dem Speziesismus aus? Darf man Lebewesen nur deshalb schlechter behandeln, weil sie keine Menschen sind? Natürlich nicht, denn Tiere können - genau wie wir - Gefühle empfinden und sind - genau wie wir - intelligent. Eine Studie des Max-Planck-Instituts beispielsweise konnte «typisch menschliche» Eigenschaften wie Hilfsbereitschaft oder uneigennütziges Handeln bei Schimpansen beobachten. Wer unterstellt, Tiere seien nicht intelligent, begibt sich auf die Stufe eines Mario-Barth-ähnlichen Proleten, der auch den Satz «Frauen sind einfach dümmer» unterschreiben würde. Denn es ist nicht wahr und wer ein Tier tötet, tötet ein Wesen mit einer Seele, nur um es anschließend aufzufressen. Da aber wohl kein Zweifel daran besteht, dass es falsch ist, Menschen (mit Seele) zu töten, kann es im Folgeschluss auch nur falsch sein, selbiges an Tieren «durchzuführen».
«Der Mensch braucht das Fleisch!» ist weiters eine ebenso beliebte wie unwahre Aussage, denn wie inzwischen (nicht nur) von der Uni Göttingen in einer aufwendigen Studie festgestellt wurde, leben Vegetarier tatsächlich ein wenig länger als ihre kadaververtilgenden Mitmenschen. Insbesondere haben «Vegis» haben ein vielfach niedrigeres Risiko an Krankheiten wie Krebs zu sterben. Laut den Forschern führt eine vegetarische oder gar vegane Lebensweise keineswegs zu einer Mangelversorgung an Eisen, Kalzium oder Vitamin B12.
Zuletzt noch ein paar Zahlen, die noch einmal Bezug auf das erste nicht-Argument (wenn du es bereits vergessen hast, einfach nochmal von vorne anfangen zu lesen): Um ein Kilo Rindfleisch zu produzieren benötigt man benötigt man 15.000 Liter Wasser – für ein Kilo Getreide nur 1.500. 40 % des zentralamerikanischen Regenwalds wurden in den letzten 40 Jahren gerodet – größtenteils um Weideland für Rinder zu schaffen. Um ein Kilo Rind zu «erzeugen» benötigt man (inklusive Futtermittel) 323 m³ Wasser. Für ein Kilo Brot 16 m³ und für ein Kilo Gemüse oder Kartoffeln 6 m³. Für jedes Kilo seines Gewichts benötigt ein Rind mindestens 15m³ Wasser – Getreide je nach Sorte nur 0,5 m³ bis 3 m³.
Das alles sollte zu denken geben ... Nebenbei sei außerdem noch angemerkt, dass es der unten verlinkte Artikel war, der zu meinem endgültigen Entschluss, Vegetarier zu werden, führte.









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