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Die Zahnradwelt

6. September 2009 - 23:45

Unsere Welt wird immer vernetzter und immer schneller - und doch werden Politiker für viele Jahre währende Legislaturperioden gewählt. Welche Veränderungen braucht unser globales Uhrwerk und was können wir tun - was müssen wir tun? Denkanstöße und Fragen.

Gastkommentar von Uwe Grünefeld

Kennst Du dieses Gefühl, man hat gerade Luft, um einen Moment in sich zu gehen. Schnell strömen einem verschiedene Gedanken in den Kopf und es wird einem wiedermal bewusst, wie integriert man doch in die heutige Gesellschaft ist. Ähnlich wie ein Zahnrad in einem Getriebe. Fehlt man funktioniert es nicht mehr. So hat man es gelernt und so wird es einem erzählt. Wenn man aber etwas weiter denkt wird man sich fragen ob das Getriebe wirklich nur den einen Gang hat in dem alles voneinander abhängt. Kann es nicht sein, das es mehrere Gänge gibt? Das man vielleicht doch nicht so wichtig ist?
Demokratie. Ein Wort mit vielen Bedeutungen. Doch alle Bedeutungen scheinen positiv. Demokratie scheint wirklich wie ein 1-Gang-Getriebe zu sein. Wenn DU fehlst funktioniert es nicht mehr. Zumindest hat man es so gelernt und es wird einem so erzählt. Ich gehe dorthin und gebe meine Stimme für eine Partei. Sind mehrere Wähler meiner Meinung, wird diese Partei die zukünftige Regierung stellen und es wird sich etwas verändern.

In meinen Augen sollten wir nicht Personen wählen, sondern Entscheidungen treffen.


Doch nun einmal im Ernst, wir wählen Menschen und können keine Entscheidungen treffen. Im Hinblick auf eine zukünftige Entscheidungsfrage ist es vielleicht möglich die richtige Person zu wählen, aber nicht im Hinblick auf die Entscheidungen in einen Zeitraum von 4 Jahren. Gerade Jugendliche merken wie schnell man seine Meinung ändern kann und dann? Dann haben wir wieder unser Getriebe mit mehreren Gängen und wir waren nur der erste Gang der Jemanden geholfen hat anzufahren?
In meinen Augen sollten wir nicht Personen wählen, sondern Entscheidungen treffen. In Zeiten der globalen Vernetzung wäre ein System ohne Probleme umzusetzen bei dem jeder von Zu hause aus Entscheidungen treffen könnte. Jeder Wahlberechtigte müsste sich regelmäßig etwas Zeit nehmen um zu entscheiden. Denn wir alle sind Bürger des Staates und als solche für die Gemeinschaft verantwortlich, diese Verantwortlichkeit müsste an den Verstand und das Pflichtbewusstsein eines jeden Bürgers appellieren.
In diesem Konstrukt hätte auch unser Staat endlich den Begriff Demokratie verdient, denn jeder Bürger würde über die versprochene Legislative verfügen und sie im Sinne von Kant und Aufklärung, die es sich zum Ziel gemacht hat, dem Bürger das selbstständige Denken und Hinterfragen beizubringen, dem Allgemeinwohl zu Gute kommen lassen. Natürlich ist es nur ein Gedankenkonstrukt, aber es zeigt das es Zeit ist für Veränderung und die beginnt bei den Wurzeln und nicht bei der Frucht.

Wenn es in 10 Jahren heißt, die Abholzung des Regenwaldes wurde gestoppt, dann sollte der Grund nicht sein, dass keine Bäume mehr vorhanden sind.


Veränderung ist auch das Stichwort, das uns in der aktuellen Gesellschaft begegnet. Denn hier verzichtet man immer mehr auf Mechanik und lässt Elektronik zum Einsatz kommen. Das Internet zeigt allen Benutzern, dass Sie die Impulse geben, die zu Entscheidungen und damit auch zu Veränderung führen. Wir erleben eine völlig neue Art der Gemeinschaft. Man kann entdecken, dass es niemanden bedarf der führt oder lenkt, wir brauchen kein Getriebe bei dem wir immer nur mit wenigen Partnern verbunden sind, sondern Elektronik die uns alle verbindet.
Dann ist auch die Geschwindigkeit kein Thema mehr, die offensichtlich der Demokratie immer wieder Kritik ein bringt. Denn es ist deutlich geworden, dass nichts so schnell wächst wie das Internet und der technologische Fortschritt. Da kann nicht einmal Unkraut konkurrenzfähig sein.
Doch Strom braucht Energie und Energieherstellung ist schädlich für den Klimaschutz. Das wird zumindest eifrig behauptet. Ohne Frage ist Atomkraft nicht zukunftssicher und so sollte es auch auf keinen Fall als Lösung für das Energieproblem gesehen werden, aber auch regenerative Energien scheinen nur ein Ansatz zu sein. Zumindest hat man es so gelernt und es wird einem so erzählt. Doch stimmt das? Oder hat der Kapitalismus die Finger im Spiel? Warum lassen wir nicht alle Menschen entscheiden, oh, ich vergaß, alle Menschen haben entschieden, dass nur ein paar wenige Menschen das Recht haben darüber zu entscheiden. Verwirrend und damit meine ich nicht nur den Satz.
Es muss sich etwas verändern und das Internet gibt jungen Menschen Hoffnung, das alte Getriebe endlich los zu werden und etwas grüner in die Zukunft zu blicken. Wenn es in 10 Jahren heißt, die Abholzung des Regenwaldes wurde gestoppt, dann sollte der Grund nicht sein, dass keine Bäume mehr vorhanden sind.

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Sind wir alle Teil eines gigantischen Uhrwerks, in dem es gilt zu funktionieren?


Und was können wir als einzelnes Zahnrad daran andern?
Fotos: cc by-nc-sa von fallsroad/flickr.com

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Gute Idee, du hast Recht damit, dass wir heute nicht wissen können, was die von uns gewählte Partei morgen für Entscheidungen treffen wird. Aber dieses Modell hat auch nicht wenige Schattenseiten...
Angenommen, jeder wahlberechtigte Bürger hätte nun den "Verstand und das Pflichtbewusstsein", sich auf eine solche Form von Demokratie einzulassen, so ist das jedoch praktisch nicht umsetzbar. Was ist denn mit all den älteren Menschen in unserem Land, die keinen Internetzugang im Haus haben und nicht wissen, wie man einen PC bedient? Und was ist mit den vielbeschäftigten Leuten, die vllt nicht immer Zeit haben sich wegen jeder kleinsten zu treffenden Entscheidung sich in das Thema zu vertiefen um sich eine eigene Meinung zu bilden um entscheiden zu können? Ist es da nicht gut zu wissen, dass es Menschen in unserem Land gibt, deren Hauptaufgabe es ist sich mit diesen Entscheidungen zu beschäftigen und durchzudiskutieren? Denen bewusst ist, dass sie möglichst gute Politik betreiben müssen, weil sie sonst bei der nächsten Wahl von den Bürgern dieses Landes nicht wieder gewählt werden? Und was ist eigentlich mit den Nichtwählern? Was ist einfacher: Einen Menschen zu motivieren sich ein Bild der verschiedenen Parteien zu machen und einmal in vier Jahren zur Bundestagswahl zu gehen oder sich jeden Tag Zeit zu nehmen um selbst Politik zu betreiben?

"Verstand und das Pflichtbewusstsein", sich auf eine solche Form von Demokratie einzulassen
Jeder Bürger hat doch Wünsche und Träume unabhängig von der Größe seines Verstandes oder meinst du nur weil jemand nicht den Hauptschulabschluss geschafft hat, ist er nicht fähig nach seinen Wünschen und Träumen zu entscheiden !?
Was ist denn mit all den älteren Menschen in unserem Land, die keinen Internetzugang im Haus haben und nicht wissen, wie man einen PC bedient?
Okay, aber die schaffen es meist auch nicht mehr zum Wahllokal und dafür wurde die Briefwahl erfunden, warum sollte es in dem neuen System für diese Menschen nicht auch einen Weg geben?
Denen bewusst ist, dass sie möglichst gute Politik betreiben müssen, weil sie sonst bei der nächsten Wahl von den Bürgern dieses Landes nicht wieder gewählt werden?
Ist das wirklich clever!? Ein Politiker der nur die Mehrwertsteuer senkt um wiedergewählt zu werden!? Politik sollte danach geführt werden, was am Besten für alle Menschen ist und nachhaltig etwas bewirkt und nicht danach ob man dadurch wohl wiedergewählt wird oder nicht.
Was ist einfacher: Einen Menschen zu motivieren sich ein Bild der verschiedenen Parteien zu machen und einmal in vier Jahren zur Bundestagswahl zu gehen oder sich jeden Tag Zeit zu nehmen um selbst Politik zu betreiben?
Es geht doch nicht darum das es einfach ist, es soll doch auch etwas bringen oder bin ich da auf dem Holzweg!?

...

„Jeder Bürger hat doch Wünsche und Träume unabhängig von der Größe seines Verstandes oder meinst du nur weil jemand nicht den Hauptschulabschluss geschafft hat, ist er nicht fähig nach seinen Wünschen und Träumen zu entscheiden !?“
Nein, mit dem „Verstand und Pflichtbewusstsein“ habe ich mich auf deinen Text bezogen:
„Denn wir alle sind Bürger des Staates und als solche für die Gemeinschaft verantwortlich, diese Verantwortlichkeit müsste an den Verstand und das Pflichtbewusstsein eines jeden Bürgers appellieren.“
Natürlich hat jeder Mensch Wünsche und Träume, egal ob er nun einen Abschluss hat oder nicht, das will ich gar nicht bestreiten.

„Okay, aber die schaffen es meist auch nicht mehr zum Wahllokal und dafür wurde die Briefwahl erfunden, warum sollte es in dem neuen System für diese Menschen nicht auch einen Weg geben?“
Das ist ja wohl kein gelungener Vergleich: Eine Briefwahl bei jeder Wahl ist realistisch, aber eine Briefwahl (oder was auch immer du dir da vorstellst) bei jeder Entscheidung ist wohl etwas zu viel. Hast du eine Ahnung davon, wie viele Entscheidungen ständig getroffen werden müssen?

„Ein Politiker der nur die Mehrwertsteuer senkt um wiedergewählt zu werden!? Politik sollte danach geführt werden, was am Besten für alle Menschen ist und nachhaltig etwas bewirkt und nicht danach ob man dadurch wohl wiedergewählt wird oder nicht“
Zugegeben, gerade vor den Wahlen wird viel versprochen, was man nicht halten kann, nur um wiedergewählt zu werden. Trotzdem sind die Politiker verpflichtet sich nach dem zu richten, was das Beste für die Bürger ist.

„Es geht doch nicht darum das es einfach ist, es soll doch auch etwas bringen oder bin ich da auf dem Holzweg!?“
Eben, es soll was bringen. Bist du eigentlich selbst davon überzeugt, dass sich nach deinem Modell jeder Bürger ständig Zeit nimmt um sich an den PC zu setzen und Entscheidungen zu treffen? Und dass dabei etwas einigermaßen Gutes rauskommt?

Du:
Kennst Du dieses Gefühl, man hat gerade Luft, um einen Moment in sich zu gehen. Schnell strömen einem verschiedene Gedanken in den Kopf und es wird einem wiedermal bewusst, wie integriert man doch in die heutige Gesellschaft ist. Ähnlich wie ein Zahnrad in einem Getriebe. Fehlt man, funktioniert es nicht mehr. So hat man es gelernt und so wird es einem erzählt. Wenn man aber etwas weiter denkt, wird man sich fragen, ob das Getriebe wirklich nur den einen Gang hat, in dem alles voneinander abhängt. Kann es nicht sein, dass es mehrere Gänge gibt? Dass man vielleicht doch nicht so wichtig ist?


Ich:
Wer kennt das Gefühl nicht. Außerdem hat es noch in keinem Alter und somit auch zu keiner Zeit geschadet, mal in sich zu gehen … (in memoriam »@yesterday« - miss you ...)

Doch offengestanden denke ich, dass du nur eine müde Einleitung für deinen Kommentar gesucht hast. Dass du das typische Pubertätsspielchen vom obsoleten Zahnrädchen jedoch um die Komponente »Getriebe« erweitert hast, finde ich dagegen geradezu prickelnd! (Erweiterungen sind bei jedem Brett- oder Kartenspiel heutzutage unerlässlich, also wieso nicht auch hier?) Doch bringt uns das irgendwie weiter? Hm, ich befürchte, egal welcher Gang gerade eingelegt ist, es ändert nichts an der Tatsache, dass du mir nicht fehlen wirst, wenn du plötzlich nicht mehr da wärst. Wie auch, ich kenne ich dich ja schließlich nicht – gleiches gilt natürlich auch im umgekehrten Fall. Aber wie so oft im Leben kann sich so etwas im Lauf der Zeit vielleicht noch ändern. Warten wir einfach mal ab ...

Für alle Leseverweigerer ein Link zu einem kleinen Filmchen. Und ja, das Liedchen wird in Englisch geträllert, aber dennoch relativ einfach zu übersetzen. Und nein, das ist nicht als Aufforderung zum Amoklauf zu sehen, sondern nur ein Musikvideo, das zumindest meine Gefühle während meiner eigenen Schulzeit widerspiegelt. Wer keine sechs Minuten Zeit hat, sollte es lieber gleich bleiben lassen ...
http://www.youtube.com/watch?v=M_bvT-DGcWw

Du:
Demokratie. Ein Wort mit vielen Bedeutungen. Doch alle Bedeutungen scheinen positiv. Demokratie scheint wirklich wie ein Ein-Gang-Getriebe zu sein. Wenn Du fehlst, funktioniert es nicht mehr. Zumindest hat man es so gelernt und es wird einem so erzählt. Ich gehe dorthin und gebe meine Stimme für eine Partei. Sind mehrere Wähler meiner Meinung, wird diese Partei die zukünftige Regierung stellen und es wird sich etwas verändern.

Ich:
Demokratie (griech.) Ist ein Sammelbegriff für moderne Lebensformen und politische Ordnungen. Demokratie ermöglicht insofern moderne Lebensformen, als sie a) die Freiheit individueller Entscheidungen und Handlungen sowie individuelle Verantwortung ermöglicht, b) die individuelle Gleichheit vor Recht und Gesetz garantiert sowie Minderheiten schützt und c) zahllose Formen gesellschaftlicher Vereinigungen ermöglicht, d. h. kollektives und solidarisches Handeln auf eine freiwillige Grundlage stellt (und z. B. in Form der Koalitionsfreiheit schützt). Gut drei Übersetzungen würde ich nicht viele Bedeutungen nennen, aber lassen wir das. Aber natürlich klingen die Übersetzungen positiv. Zumindest für jene, die in einem demokratisch regierten Land leben möchten – du ja anscheinend nicht. Aber wie kommst du auf die glorreiche Idee, dass die Demokratie nicht funktioniert, weil DU fehlst? Das ist doch Unsinn. Eine Demokratie ist nicht deine Familie! Dem System kommt es nicht auf EINE Stimme mehr oder weniger an. Oder ist der ganze Absatz nur blanker Zynismus oder gar beißender Sarkasmus? Und dass sich nach einer Wahl etwas verändert, ist ja wohl klar. Ob zum Guten oder zum Schlechten, lassen wir mal dahingestellt. Also auch in dem Absatz nichts Neues.

Hier das Wesentliche in 5:28 Minuten in Liedform, für alle die den Mann im Schlafanzug nicht erkennen, das ist Ronald Reagan – der 40. Präsident der Vereinigten Staaten und »früherer« Schauspieler – mit seiner First Lady. Mit etwas Abstraktionsvermögen könnt ihr euch auch Frau Merkel und ihren Mann in dem Bett vorstellen. Aber immer schön auf den Text achten :D
http://www.youtube.com/watch?v=Yq7FKO5DlV0

Du:
Doch nun einmal im ernst, wir wählen Menschen und können keine Entscheidungen treffen. Im Hinblick auf eine zukünftige Entscheidungsfrage ist es vielleicht möglich die richtige Person zu wählen, aber nicht im Hinblick auf die Entscheidungen in einen Zeitraum von 4 Jahren. Gerade Jugendliche merken, wie schnell man seine Meinung ändern kann und dann? Dann haben wir wieder unser Getriebe mit mehreren Gängen und wir waren nur der erste Gang der Jemanden geholfen hat anzufahren?
In meinen Augen sollten wir nicht Personen wählen, sondern Entscheidungen treffen. In Zeiten der globalen Vernetzung wäre ein System ohne Probleme umzusetzen bei dem jeder von zuhause aus Entscheidungen treffen könnte.

Ich:
Jetzt wird es ernst? Des Pudels Kern … Jemand darf zum ersten Mal wählen und hat Angst, das er trotz Stimmabgabe keine Veränderung – in seinem Sinne – erwirkten wird. Dass er völlig umsonst zum Wählen gehen wird, weil alle anderen Wähler sich anders entscheiden oder sein Favorit in den nächsten vier Jahren Amtszeit, seine Versprechen weder einhalten, noch in des Wählers Sinn agieren wird … Kann ich nachvollziehen, wird auch garantiert so eintreten, versprochen! Denn welcher PolitikerIn der etablierten großen Volksparteien hat sich jemals an seine Wahlversprechen gehalten? Ich kenne keinen, aber ich lasse mich gerne von dir belehren. Und nun kommt dein Lösungvorschlag: Volksentscheid über das Internet (klar die Couchpotatoes von heute kriegen sonst ja gar nix mehr hin)! Was soll ich dazu sagen? Eine nette Idee, aber so was von unrealisitsch! Träume weiter mein Kleiner. Oder bist du gestützt durch deinen Computer, seiner mindestens 16000er-DSL-Verbindung, deinem täglich, stündlich oder gar minütlich wechselden und unerschöpflichen vermeintlichen Wissen durch Wikipedia und dem sonstigen vermüllten WorldWideWeb geradezu dazu prädestiniert (Übersetzung: berufen, genau richtig, geschaffen, ideal, tauglich, befähigt, begabt, fähig, qualifiziert, talentiert, klug), alle Entscheidungen, ob auf nationaler oder internationaler Ebene zu treffen? Wie arrogant, wie anmaßend! Und ganz davon abgesehen, ist man auch oder gerade im globalen Netz nicht vor etwaigen Manipulation geschützt …

Gerade Jugendliche merken, wie schnell man seine Meinung ändern kann und dann? Das solltest du noch genauer erklären … Meinst du die pubertäre Unentschlossenheit und die Achterbahn der Gefühle und Gedanken? Oder was? Die Frage kann ich leider nicht ganz nachvollziehen, sorry.

Du:
Jeder Wahlberechtigte müsste sich regelmäßig etwas Zeit nehmen um zu entscheiden. Denn wir alle sind Bürger des Staates und als solche für die Gemeinschaft verantwortlich, diese Verantwortlichkeit müsste an den Verstand und das Pflichtbewusstsein eines jeden Bürgers appellieren.
In diesem Konstrukt hätte auch unser Staat endlich den Begriff Demokratie verdient, denn jeder Bürger würde über die versprochene Legislative verfügen und sie im Sinne von Kant und Aufklärung, die es sich zum Ziel gemacht hat, dem Bürger das selbstständige Denken und Hinterfragen beizubringen, dem Allgemeinwohl zu Gute kommen lassen. Natürlich ist es nur ein Gedankenkonstrukt, aber es zeigt das es Zeit ist für Veränderung und die beginnt bei den Wurzeln und nicht bei der Frucht.

Ich:
Exakt! Aber welche Bürger meinst du? Die, die um 6.00 Uhr aufstehen und um 18.00 Uhr erst wieder von der Arbeit kommen. Die ihre Zeit mit Arbeit und der Befriedigung existentieller Bedürfnisse (z. B. Nahrung, Kleidung, Schlaf) verbringen und vielleicht gerade einmal Zeit dazu haben, die Tageszeitung zu überfliegen oder die 20.00 Uhr-Nachrichten anzusehen. Die mit Mühe noch die Augen offen halten können, um wenigstens den Abendfilm zur Entspannung und Kurzweil ganz geniesen zu können, bevor sie nach ein paar Stunden Schlaf wieder zum Alltagstrott übergehen. Oder die berufstätigen Mütter, die jeden Tag einen Spagat zwischen eigenem Beruf, Kindern, Schule, Haushalt und den Bedürfnissen der Sprösslinge (Hobbies, Arztbesuche, etc.) hinbekommen müssen. Was ich damit sagen will? Dass der normale Bürger nicht sehr viel Zeit hat, um sich über alle anstehenden politischen Entscheidungen Gedanken zu machen. Nichts gegen Verstand und Pflichtbewusstsein, aber meinst du tatsächlich, dass jeder mündige Bürger wirklich fähig ist bzw. Willens ist, solche Entscheidungen zu treffen? Natürlich ist es Zeit für Veränderungen in deinem persönlichen Leben und in unserem Land und natürlich beginnen diese bei den Wurzeln, also auch bei dir selbst. Wenn ich deinen Kommentar bis hierher bewerten sollte, würde ich sagen, du hast keine Ahnung wie und wo du anfangen sollst. Und zum Thema »Veränderungen« möchte ich Bebbo Straßenfeger (Figur aus dem Buch »Momo« von Michael Ende) zitieren: »Manchmal hat man eine sehr lange Straße vor sich. 
Man denkt, die ist so schrecklich lang; das kann man niemals schaffen, denkt man. 
Und dann fängt man an, sich zu eilen. Und man eilt sich immer mehr.
Jedes Mal, wenn man aufblickt, sieht man, dass es gar nicht weniger wird,
 was noch vor einem liegt. Und man strengt sich noch mehr an,
 man kriegt es mit der Angst, und zum Schluss ist man ganz außer Puste und kann nicht mehr. Und die Straße liegt immer noch vor einem. So darf man es nicht machen.
 Man darf nie an die ganze Straße auf einmal denken, verstehst du?
 Man muss nur an den nächsten Schritt denken, an den nächsten Atemzug, an den nächsten Besenstrich.
 Und immer wieder nur an den nächsten. Dann macht es Freude; das ist wichtig,
 dann macht man seine Sache gut.
 Und so soll es sein.« Also genau überlegen und dann loslegen, du kannst natürlich viel verändern, aber erst einmal bei DIR selbst!

Du:
Veränderung ist auch das Stichwort, das uns in der aktuellen Gesellschaft begegnet. Denn hier verzichtet man immer mehr auf Mechanik und lässt Elektronik zum Einsatz kommen. Das Internet zeigt allen Benutzern, dass Sie die Impulse geben, die zu Entscheidungen und damit auch zu Veränderung führen. Wir erleben eine völlig neue Art der Gemeinschaft. Man kann entdecken, dass es niemanden bedarf der führt oder lenkt, wir brauchen kein Getriebe, bei dem wir immer nur mit wenigen Partnern verbunden sind, sondern Elektronik die uns alle verbindet.
Dann ist auch die Geschwindigkeit kein Thema mehr, die offensichtlich der Demokratie immer wieder Kritik ein bringt. Denn es ist deutlich geworden, dass nichts so schnell wächst wie das Internet und der technologische Fortschritt. Da kann nicht einmal Unkraut konkurrenzfähig sein.

Ich:
Der Absatz ist wirklich stärkster Tobak! Eigentlich machst du mich damit beinahe sprachlos. Nichts gegen eine neue Art von Gemeinschaft, aber wie kommst du zu dem Schluss, dass Menschen keine Führung brauchen? Hast du eigentlich auch nur einen Augenblick dazu genutzt, darüber gründlich nachzudenken? Du meinst wahrhaftig, das Zusammenleben aller Völker unseres Planeten wäre ohne Gesetze, ohne Regierungen nur via Internetabstimmung möglich? Wie soll ich das nun nennen: Revolutionär oder schlichtweg dumm? Nichts gegen Elektronik, nichts gegen den technologischen Fortschritt, aber haben Menschen wie DU in den vielen Jahren der menschlichen Evolution – außer dem aufrechten Gang - etwas dazugelernt?

Gut aber versuchen wir es mal nach Schema Beppo: Was wäre aus dir geworden, wenn deine Eltern ihre Erziehungsarbeit nicht ernst genommen hätten und dich nach deiner Geburt weder gewickelt noch ernährt hätten, wer hätte überwacht, ob sie sich um dich kümmern oder nicht. Du bist empört, weil das Kümmern und ordentliche Erziehen doch selbstverständlich ist? Dazu braucht es keine Gesetze? Das ist schon richtig, aber wie viele Eltern lassen ihre Neugeboren verhungern, legen sie in den Müll, vergraben sie in Blumenkästen. Zugegeben, dass ist nicht der Regelfall. Aber nun zum nächsten Besenstrich: Reden wir von den Eltern, die ihre Nachkömmlinge gesittet aufziehen und … trotzdem irgendwann keine Lust mehr haben, ihre nun immer schwierigere Erziehungsarbeit zu leisten. Sei es aus Zeitmangel, chronischer Unlust oder einfach Desinteresse. Was wäre aus dir geworden, wenn deine Eltern dir nicht beigebracht hätten, zu unterscheiden, was gut oder böse ist, dass man nicht lügen darf, dass man nicht mit Fremden mitgehen soll, dass man nicht mit Steinen auf andere Leute wirft, das man freundlich auf andere zugeht und ihnen nicht aus Frust einfach mal eben den Kopf einschlägt und und und … Was wäre aus dir geworden, wenn du nicht die Schule besucht hättest (kein Privileg, sondern ein Grundrecht!) und somit keine Bildung genossen hättest. Was wäre wenn? Und du willst mir sagen, dass deine Eltern, deine größeren Geschwister oder der Rest deiner Familie dich nicht in irgendeiner Weise geführt und geleitet haben? Meinst du wirklich, das wir keine Führung nötig haben? Meinst du wirklich, dass du allwissend bist und in Zukunft nicht nur für dich und deine Familie, sondern für alle Menschen Entscheidungen treffen kannst? Was ist, wenn der Volksentscheid per Internet Realität geworden ist und du immer mit deiner Meinung zur Minderheit – die es vielleicht öfters besser weiß - gehörst, wirst du dich immer der Mehrheitsentscheidung – und das wäre es ja in jedem Fall – bedingungslos beugen?

Du:
Doch Strom braucht Energie und Energieherstellung ist schädlich für den Klimaschutz. Das wird zumindest eifrig behauptet. Ohne Frage ist Atomkraft nicht zukunftssicher und so sollte es auch auf keinen Fall als Lösung für das Energieproblem gesehen werden, aber auch regenerative Energien scheinen nur ein Ansatz zu sein. Zumindest hat man es so gelernt und es wird einem so erzählt. Doch stimmt das? Oder hat der Kapitalismus die Finger im Spiel? Warum lassen wir nicht alle Menschen entscheiden, oh, ich vergaß, alle Menschen haben entschieden, dass nur ein paar wenige Menschen das Recht haben darüber zu entscheiden. Verwirrend und damit meine ich nicht nur den Satz.


Ich:
Und nun kommen wir zum zentralen Wahlkampfthema dem »Atomausstieg«. Atomkraft ist nicht zukunftssicher? Was soll das denn nun heißen, also weltweite Uranvorkommen haben wir ja wohl genug – frag doch einfach mal die Community, wenn du es nicht selbst wissen solltest. Neue Kraftwerke können jederzeit gebaut werden, kein Problem! Aber ich bin mir sicher, dass du das nicht so gemeint hast. Du wolltest eher sagen, dass die »sichere« Endlagerung des Atommülls nicht gewährleistet ist, das ist richtig, da sollten wir uns alle nichts vormachen. Die regenerativen Energien einen Ansatz zu nennen ist grob fahrlässig. Haben wir nicht z. B. Sonne im Überfluss (Operation Wüstensand, google das doch mal nach :D). Und was ist mit Wind (Windkraftwerke) und Wasser (Gezeitenkraftwerke bzw. Wasserkraftwerke). Außerdem gibt es schon ganze Siedlungen (Freiburg) die sich nicht nur komplett selbst mit Strom versorgen (Photovoltaikanlagen), sondern auch noch Strom ins Netz abgeben können. Möglichkeiten, lieber Uwe, gibt es genug, aber die CDU investiert lieber in veraltete Technologien (Atom- und Kohlekraftwerke) als in neue. Das auch mit den regenerativen Energien (vor allem die Anlage in der Sahara) Geld verdient werden will bzw. Arbeitsplätze geschaffen werden sollen, ist ja ganz klar.

Und nun noch die Sache mit der Entscheidung: Bist du schon mal geflogen, hattest du schon mal einen Rechtsstreit, hast du schon mal eine deiner Meinung nach ungerechtfertigte Note erhalten, warst du schon mal beim Arzt oder Steuerberater. Was ich damit sagen will? Ganz einfach, du vertraust deine Gesundheit, deine finanzielle oder rechtliche Situation, dein Leben anderen Menschen an, natürlich hast du die Wahl, natürlich triffst du die Entscheidungen – meistens zumindest – aber natürlich gehört auch Vertrauen dazu. So vertraust du darauf, dass der Pilot dich sicher und lebendig ans Ziel deiner Reise bringt. Der Anwalt oder Steuerberater sich um deine Belange kümmert bzw. einen Vorteil für dich herausholt. Dein Arzt dich heilt oder dein Leben rettet kann. Was das mit der Politik zu tun hat? Im Endeffekt ist das nichts anderes, denn du gehst wählen. Wählt die Partei, die mit deinen Interessen und Zielen übereinstimmt. Gewinnt sie die Wahl vertraust darauf, dass diese Politiker dann umsetzen, was sie versprochen haben. Und wenn nicht? Dann musst du dich politisch neu orientieren oder darauf vertrauen, dass sie das das nächste Mal besser machen. Oder engagiere dich eben selbst politisch (Back to the roots :D), wenn du in dieser Richtung etwas verändern willst.

Du:
Es muss sich etwas verändern und das Internet gibt jungen Menschen Hoffnung, das alte Getriebe endlich los zu werden und etwas grüner in die Zukunft zu blicken. Wenn es in 10 Jahren heißt, die Abholzung des Regenwaldes wurde gestoppt, dann sollte der Grund nicht sein, dass keine Bäume mehr vorhanden sind.

Ich:
Tja und da bin ich mir nicht ganz schlüssig, ob dein Bildschirm oder die Graphikkarte deines PCs den Geist aufgibt oder ob du eine getönte Brille trägst: Wie willst du denn durch das Internet grüner in die Zukunft blicken?

Weiser Spruch zum Schluss? Na da nehmen wir doch besser das Original: Erst wenn der letzte Baum gerodet,
 der letzte Fluss vergiftet, der letzte Fisch gefangen ist, 
werdet Ihr feststellen, dass man Geld nicht essen kann. (Weisheit der Cree-Indianer)

hats gedauert bis ihr die Zensur bemerkt habt. Tztz ...

@Pandora, zunächst erstmal ein Dankeschön, dass du dir die Zeit und Mühe gemacht hast meinen Text zu kritisieren. Ich finde das es sehr sachlich argumentiert ist und ich habe mir ein paar deiner Behauptungen sehr genau durch den Kopf gehen lassen:

DU: Doch offengestanden denke ich, dass du nur eine müde Einleitung für deinen Kommentar gesucht hast. Dass du das typische Pubertätsspielchen vom obsoleten Zahnrädchen jedoch um die Komponente »Getriebe« erweitert hast, finde ich dagegen geradezu prickelnd! (Erweiterungen sind bei jedem Brett- oder Kartenspiel heutzutage unerlässlich, also wieso nicht auch hier?) Doch bringt uns das irgendwie weiter?

ICH: Es ist meine Art einen Text mit einer Veranschaulichung dem Leser näher zubringen. Ich möchte eine gemeinsame Grundlage schaffen um von dort aus meine Argumentation zu starten. Sicherlich ist dieses Beispiel nicht ein perfekter Vergleich, er reicht jedoch als Grundlage.

DU: Tja und da bin ich mir nicht ganz schlüssig, ob dein Bildschirm oder die Graphikkarte deines PCs den Geist aufgibt oder ob du eine getönte Brille trägst: Wie willst du denn durch das Internet grüner in die Zukunft blicken?

Ich:
Vergleich: Überleg mal wie groß der Aufwand ist einen Brief per Post zu schicken oder eine E-Mail zuversenden. Klar es werden deswegen mehr E-Mails verschickt, aber das macht die E-Mail trotzdem besser und umweltschonender als den Brief.
Vergleich: Was ist besser Nachrichten und Bücher auf Papier zu drucken oder im Internet bereit zu stellen?
Denk mal noch ein paar Schritte weiter: Wie wird ein Hybridauto entwickelt? Mit dem Zettel und Stift?

Aber wie du gesagt hast, wie verbessert man die Welt am Besten?
Ich denke ähnlich wie man laufen lernt Schritt für Schritt und mein erster Schritt war es meine Gedanken hier aufzuschreiben, aber schau ich bin hingefallen. Nicht aufgeben, weitermachen!

LG

Uwe Wilko Grünefeld

1. Hab ich deinen Artikel nicht kritisiert -> eher in der Luft zerrissen!

2. Ist mir durchaus klar, dass du einen Einstieg gebraucht hast - der wahrhaftig auch nicht schlecht gewählt war!

3. Hast du dir nicht einen Punkt meines Kommentars (falls du ihn überhaupt vollständig gelesen hast) wirklich durch den COMPUTER gehen lassen!

4. Wieso ich Computer und nicht Kopf geschrieben habe? Ganz einfach, weil ich mir nicht sicher bin, ob du bei der Erstellung deines Kommentars wirklich gedacht hast!

5. Weil? Ich bestreite nicht, dass eine E-Mail Papier sparen hilft. Aber sag mir erst, woher du den Strom - auch für deinen PC - beziehst!

6. Wieso COMPUTER? Weil du mir nicht weiß machst, dass ein Computer irgendetwas entwickelt!!! Ein Hybridauto mein lieber Uwe entsteht erstmal - und da sind wir uns doch wohl einig - im KOPF! Und wenn Wissenschaftler Simulationen am PC durchführen, dann ist diese tolle Software nur so gut, wie sein Programmierer! Noch kann ein Computer - wir reden nicht von den Robotern, die angeblich inzwischen fühlen können, wie ich am Rande mal mitbekommen habe - nicht selbständig denken und das wird auch hoffentlich so bleiben (Sonst könnten wir Menschen sicher bald einpacken!)

7. Hm ... hab ich irgendwo in meinem Kommentar was von Welt verbessern geschrieben? Dann muss ich es selbst bei mehrmaligen Lesen übersehen haben ... Aber ganz sicher, bist du nicht hingefallen, nur weil ich etwas Negatives über deine Gedanken geäußert habe. Denn um es genau zu sagen, habe ich das nicht einmal getan ... Ich habe im Grunde nur versucht, die Lücken in deiner schwachen Argumentation zu füllen.

8. Nach vier Monaten zu antworten, ist ein wirklich dicker Hund! Und verstößt gegen die ungeschriebenen Regeln dieser Seite! Zur Strafe müsstest du eigentlich noch einen Artikel schreiben! ^______^ Übung macht den Meister :P

Danke für den Eintrag im Gästebuch =P

Ich habe mir deinen Kommentar bis zum Ende durchgelesen, aber ich muss gestehen nur einmal. In der Luft zerrissen trifft es ziemlich gut ;)
Über die Geschichte mit dem Computer ... hmm ... also ich studiere Informatik, würde ich mir das eingestehen was du behauptest, dann könnte ich mein Studium aufgeben ;)

P.S: Ich hoffe ich war dieses Mal schnell genug ^^

LG
Uwe Wilko Grünefeld

Das klingt nach einem Artikel für die Arena :o)
Du Pro - Ich Contra -> Künstliche Intelligenz?
Wie wärs?

Gute Idee, machen wir eine weitreichende Frist bis zum 1.3.10 damit du genug Zeit hast passende Argumente zu fnden =P

LG Uwe

ich wünsch dir auch einen schönen Valentinstag :o)

Aber so viel Zeit hätte ICH nicht benötigt! Ich mag vielleicht alt sein, aber ich bin doch keine Schnecke XP

=P

Nachträglich alles gute zum Valentinstag =)

Das war auch nicht auf das Alter bezogen, sondern darauf das du die Zeit brauchst um überhaupt irgendwelche Argumente zu finden ^^

... na dann würde ich mich an deiner Stelle mal auf das Folgende einstellen:

3 DIN A4-Seiten (Arial, 12er Schriftgröße, 1 1/2-zeiliger Abstand).

Nur damit du weißt, dass mir die Argumente DAGEGEN nicht ausgehen ...

Die seite ist toll!!!

haha

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