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The stage is yours!

23. Juni 2008 - 23:09

Am 2. und 3. Juli ist es wieder soweit - die Theatergruppe des GCE wird wieder auf den Brettern stehen, welche die Welt bedeuten - zumindest ihre Welt, die Welt des Theaters.
Aufgeführt wird Thornton Wilders «Wir sind noch einmal davongekommen». Der Grünschnabel hat schon einmal einen Blick hinter die Kulissen geworfen...

Text und Fotos von den Proben Andreas Gebauer | Fotos von der Aufführung von Lisa Roderer

Der Verfasser ist einer der international berühmt gewordenen Autoren der USA. Als einer der wenigen Amerikaner erhielt er 1957 den Friedenspreis des deutschen Buchhandels; «Wir sind noch einmal davongekommen», das unter dem englischen Originaltitel «The Skin Of Our Teeth» mit Fredric March und Talullah Bankhead in den Hauptrollen 1943 uraufgeführt worden war, wurde ebenfalls ein großer internationaler Erfolg.
In «Wir sind noch einmal davongekommen» presst Thornton Wilder Urängste und damit verbundene Erfahrungen, die auch die Menschheitsgeschichte widerspiegeln, in drei Akte.
Die Personenkonstellation für ein Stück von solch großer Tragweite scheint dagegen denkbar einfach: Eine für die Entstehungszeit des Stückes, also die Anfangszeit des letzten Jahrhunderts, typische nordamerikanische Familie.
Der Familienvater, Mr. Antrobus (Sebastian Lau), besitzt reichlich Mut zum Neuanfang und rettet seine Familie aus den drei existenziellen Katastrophen, die sie während des Stücks durchleben muss: Auf dem Programm stehen eine Eiszeit, die Sintflut und zuletzt - dies auch vor dem historischen Hintergrund der Entstehungszeit zu verstehen - der ultimative Krieg. Mrs. Antrobus (Selina Schmidek) stellt die typische, unbescholtene Hausfrau und Mutter der Familie dar. Dieser Unschuldigen gegenüber steht ihr Sohn Henry (Frédéric Toussaint), der mit dem geschehenen Mord an seinem Bruder in dem Stück symbolisch das Böse darstellt. Gladys Antrobus (Katharina Ströle) schließlich, die Tochter, versucht dem Vater in ihrer Erscheinung zu gefallen, stößt jedoch immer wieder auf Ablehnung. Zuletzt sei noch das Hausmädchen der Familie Antrobus, Sabina (Ina Medick) genannt: In schlechten Zeiten einfache Dienstbotin, in guten Zeiten Verführerin des Mr. Antrobus. Damit ist die erste, oberflächliche Handlungsebene umrissen.

Sie können nach Hause gehen, wir werden ewig weiterspielen!


Der außergewöhnliche Reiz des Stücks liegt jedoch möglicherweise auch in der zweiten Ebene. Das Stück betrachtet sich gewissermaßen selbst - es ist ein Theaterstück, aber eines, das selbst wiederum ein solches darstellt. Schauspieler weigern sich im Stück, verschiedene Parts zu sprechen, verlieren den Faden oder brüllen das Publikum an. Damit kritisiert sich das Theater ein Stück weit selbst, beobachtet sich, macht sich unperfekt, aber gleichzeitig sympathisch und stellt damit eine persönliche, direkte Verbindung zum Publikum her - es wird Teil des Stücks selbst.
Trotz all der in der ersten Ebene geschilderten Machtlosigkeit, aller Hoffnungslosigkeit des Menschen angesichts der andauernden Katastrophen, welche ihn bedrohen, gelingt es Wilder, am Ende des Stücks doch eine positive Botschaft, die sich auf beide Ebenen beziehen kann, zu übermittlen:
«Sie können nach Hause gehen, wir werden ewig weiterspielen!» - Der Lebenswille der Menschen, seine Zähigkeit, wird ewig überdauern, und mit ihm vielleicht auch der Wunsch, in fremde (Theater-) welten entführt zu werden...

Die kostenlosen Karten für beide Aufführungen im kleinen Haus der Stadthalle Bayreuth (Premiere am 2. Juli, zweite Aufführung am 3. Juli, jeweils 19.30) sind erhältlich unter der Hotline 0160/95193351, in der Woche der Aufführungen jeweils in der ersten Pause in der Pausenhalle und natürlich an der Abendkasse.

Update vom 3. Juli

Ab sofort sind hier Bilder von der Aufführung als Galerie verfügbar.

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Die Theatergruppe bei den Proben.







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