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Ausgegraben #001

31. März 2009 - 22:13

Diese Woche bei Ausgegraben: In der Hand einer peruanischen Mumie wurden Milchzähne eines Kindes gefunden und einem griechischer Fischer ging eine antike Bronzestatue ins Netz.

Text von Karl Oßwald

Die Mumie

Dass irgendwelche Sachen in Archiven verschwinden und in Vergessenheit geraten, kommt ja durchaus öfter vor. Vor allem, wenn einer oder gar zwei Weltkriege in der Zwischenzeit vergangen sind. So auch in den Mannheimer Reiss-Engelhorn-Museen: Im April 2004 tauchte dort eine peruanische Mumie einer liegenden Frau mit gekreuzten Beinen auf. Anfang des 20. Jahrhunderts war sie in den Besitz der Museen gelangt. Nach ausgiebigen Untersuchungen stellte man fest, dass sie 30-50 Jahre alt wurde und der Chancay-Kultur angehörte, die vom 11. bis ins 15. Jahrhundert im heutigen Peru existierte. Gestorben ist die Frau um 1415. Eine CT-Untersuchung ergab, dass sie an verschiedenen Krankheiten litt, unter anderem wahrscheinlich Tuberkulose. Außerdem konnte man in ihren Händen zwei kleine Objekte erkennen. Da die Hände aber fest verschnürt sind und sich das brüchige Gewebe nicht bewegen lässt, konnte man also nur mutmaßen, dass es sich um Amulette handeln könnte, vielleicht aus einem Edelmetall oder Keramik.
Mittels Rapid-Prototyping, einer Art 3D-Druck, bildete man die Objekte nach, um sie besser untersuchen zu können. Dabei stellte man fest, dass es sich um Kinderzähne handelt. Ein Eck- und ein Backenzahn. Weil man das Gewebe nicht zerstören will, kann man von ihnen leider keine DNS-Proben entnehmen. So kann man nicht feststellen, ob und wenn ja,in welchem Grad, die Kinder oder das Kind mit der Frau verwandt waren. Anzunehmen ist aber, dass es sich um Zähne ihrer eigenen Kinder handelt. Durchaus interessant, wo doch auch heute viele Eltern die Milchzähne ihrer Kinder aufbewahren.

Der Fischer

Ein griechischer Fischer hat eine antike Bronzestatue „gefangen“. Am Ende des 2. Jahrhunderts vor Christus dürfte sie hergestellt worden und später zwischen den Inseln Kos und Kalymnos untergegangen sein. Viel kann man noch nicht erkennen, da das gute Stück ein wenig korrodiert ist, aber es handelt sich um einen Reiter, der eine Tunika und darüber einen Brustpanzer trägt und ein Schwert führt. Nur der Torso sowie der erhobene rechte Arm sind erhalten.
Im Linkbereich findet ihr dazu noch zwei Artikel, einer auf Deutsch und einer auf Englisch, die mehr oder weniger dieselbe Information und genau dasselbe Bild enthalten.
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