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Konquistador #009

4. September 2009 - 23:44

Es gibt wohl kaum eine Angelegenheit, die so wenig digital ist wie die menschliche Nahrungsaufnahme - ein auch ohne Analog-Käse vollkommen analoger Vorgang. Doch hindert das das Internet natürlich keineswegs daran, in diesen Bereich zumindest vorzudringen. Und so haben wir in dieser Konquistador-Ausgabe die Rezepteseiten des Internets angesegelt.

Text und Screenshots von Philipp Schmieder

Jeder, der im echten Leben gerne kocht, steht dort häufig vor der Frage, was es denn nun werden soll; genauer: Er ist auf der Suche nach Kochrezepten. Wenn doch das Regal mit den Kochbüchern nur eine Suchfunktion hätte ... Das hat es nicht und schon kommen die Rezeptewebsites ins Spiel.

Chefkoch.de

Chefkoch.de ist der unumstrittene Platzhirsch unter den Online-Kochbüchern. Mit fast zwölf Millionen Besuchern im Monat ist die Seite nach eigenen Angaben sogar die größte ihrer Art in ganz Europa. Mit über 130.000 Rezepten, die zu einem großen Teil auch bebildert sind, findet sich mittlerweile fast jedes denkbare Rezept dort - und oft auch in verschiedenen Varianten: Alleine 79 Treffer liefert sich Suche nach einem Rezept für Zwetschgenkuchen. Die allesamt ganz in Web-2.0-Manier von Usern eingestellten Rezepte können von anderen Benutzern bewertet, mit Bildern versehen und kommentiert werden, wodurch man bei so manch einem Rezept weitere hilfreiche Hinweise zur Zubereitung erfährt oder Tipps für Kombinationen und raffinierte Varianten erhält.
Neben den Rezepten verfügt Chefkoch.de auch über einen großen Magazin-Bereich, in dem regelmäßig Artikel wie beispielsweise Einkaufstipps erscheinen.
Leider vermengt Chefkoch.de teilweise den redaktionellen Inhalt mit Anzeigen und «Partnerbeiträgen», die auf den ersten Blick manchmal nicht von regulären Artikeln zu unterscheiden sind. Achtet man aber darauf, ist Chefkoch.de eine äußerst ergiebige Quelle für Rezepte von Acerola bis Zwiebel.

Rezeptewiki.org

Freunde des freien Wissens wird es freuen, dass sie dank Rezeptewiki.org OpenSource auch kochen können, denn die offene Plattform funktioniert genauso wie Wikipedia: Jeder kann Rezepte hinzufügen und bearbeiten, verändern und katalogisieren. Das scheint auch im Rezeptebereich keine schlechte Idee zu sein und so beherbergt das Rezeptewiki schon fast 7.000 Rezept-Einträge. Wie es sich für ein Wiki gehört sind auch bei Rezeptewiki.org Informationen miteinander verknüpft, sodass nähere Informationen zu den verwendeten Zutaten, Erklärungen von Fachbegriffen oder Zubereitungstechniken nur einen Klick entfernt sind.
Die Rezepte bei Rezeptewiki.org sind umfangreich katalogisiert und mit Tags versehen - wenn man also nach einem neuen vegetarischen Rezept stöbern möchte, findet man in der entsprechenden Kategorie eine Auflistung aller entsprechenden Rezepte.

Rezeptefuchs.de

Rezeptefuchs.de ist ein noch sehr junges Projekt, das an der Freien Universität Berlin entstand und die vegane Küche im wahrsten Sinne des Wortes schmackhaft machen will. Dabei sind die etwa 300 Rezepte bislang hauptsächlich von der Redaktion erstellt, dafür aber allesamt schön bebildert und von süßen Amerikanern bis zu herzhaften Zucchini-Tomaten-Farfalle sehr abwechslungsreich. Die beschriebenen Rezepte sind meist recht einfach nachzukochen - und laden etwa mit Soja-Sahne und Agavendicksaft zum Experimentieren mit alternativen Zutaten ein. Neben den Rezepten verfügt Rezeptefuchs.de auch über eine Produktdatenbank mit garantiert veganen Lebensmitteln.

Das Unix-AG-Kochbuch

Für den echten Geek, der Kochen und Essen nur als Unterbrechung seiner PC-Aktivitäten ansieht, ist die spartanische Rezeptesammlung der Unixfreunde der TU Kaiserslautern genau das richtige. Die Rezeptesammlung stammt noch aus der Prä-Internet-Ära und ist zum Großteil einer Koch-Newsgroup entnommen. Die über 32.000 Rezepte haben jeweils nur wenige Tags, aber dank der Suchfunktion stellt das kein großes Problem dar. Fotos gibt es in der Datenbank freilich keine; man muss sich die Rezepte schon vorstellen können - in all ihrer analogen Herrlichkeit.

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Chefkoch.de ist der Gigant unter den Kochseiten und bietet eine riesige Rezepte-Datenbank.


Rezeptewiki.org funktioniert wie Wikipedia.


Rezeptefuchs.de ist eine noch recht junge Plattform und bietet vegane Rezepte und eine Produktdatenbank.


Das Unix-AG-Kochbuch präsentiert sich extrem spartanisch.

Kommentar Hinzufügen

Ist es nicht Zeit zum Abendessen in Split? (Kann man nie vor root sicher sein?)

Also ich muss auch dauernd an Essen und Rezepte denken, wenn ich abnehme ^-^ (BTW: Analogkäse ist nur was für Veganer oder wieso beschwert sich hier niemand über Kunstkäse?)

Analogkäse ist nicht vegan, denn es ist fast immer Schmelzkäse mit dabei.

Kunstkäse wird nicht immer nur versteckt angeboten, sondern insbesondere im angloamerikanischen Raum auch ganz bewusst beworben und als Alternative für die vegane Ernährung vermarktet! (Quelle: wikipedia)

Liegen laut Eintrag Wikipedia beide nicht ganz falsch ... ;o)

http://www.sylt-gesund-leben.de/texten/soja.htm

Na, dann lasst es euch schmecken.

Die Fakten die dort genannt werden, stammen, wie die Autoren zugibt, von einer amerikanischen Anti-Vegetarismus-Stiftung (die unter anderem auch die Pasteurisierung von Milch ablehnt).
Von der gleichen Autorin stammt übrigens auch dieser Text: http://www.sylt-gesund-leben.de/texten/milch.htm
Was Soja angeht ist dieser Text, der sich direkt mit dem Quelltext des oben genannten Links auseinandersetzt, sehr empfehlenswert: http://www.foodrevolution.org/what_about_soy.htm

Viel Spaß beim Lesen ;)

Achso, das ist dann natürlich was anderes. Nur ist «Analogkäse» für mich eher negativ belegt und bezeichnet meinem Verständnis nach Käse, der «verdeckt» als normaler Käse angeboten wird.

Kann mir jemand sagen, ob die Produkte der Firma Vegusto empfehlenswert sind? Danke

Aber hallo, das Zeug quietscht zwischen den Zähnen. Schmecken tuts aber schon, falls man vegane Kost bevorzugt ^_^

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