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Künstliche Intelligenz

3. März 2010 - 14:37

Ist ein Computer nur so schlau wie das Programm seines Entwicklers? Oder soll und muss «Nummer 5» wirklich leben? Ein freundschaftliches Streitgespräch.

Uwe Wilko Grünefeld (Pro) vs. Pandora (Contra)

Einen PC in der Schule oder Uni, am Arbeitsplatz oder im Privatleben zu bedienen, stellt für die meisten von uns kein größeres Problem dar, egal unter welchem Betriebssystem er läuft und mit welcher Software er ausgestattet ist. Der Computer ist - neben der Erfindung des Internets und des Handys bzw. Smartphone - heute zweifellos eines der wichtigsten Hilfsmittel des Menschen geworden. Und allen Unkenrufen zum Trotz, hat er bisher den Menschen in der Arbeitswelt keineswegs vollständig ersetzt, ganz im Gegenteil, oft hat die Umstellung auf EDV sogar den Verwaltungsaufwand noch erhöht. Technik ist natürlich faszinierend und lässt fast keinen aus seinem Bann, doch gab es in den letzten Jahren einige Nachrichten bzw. Entwicklungen, die uns sehr wohl zu denken geben sollten.

So etwa eine neue Forschungsrichtung, dem „Pervasive Computing“ - die Vernetzung „intelligenter“ Gegenstände, die uns den Alltag erleichtern möchte. Will man den Forschern Glauben schenken, wird die Welt von heute, morgen und übermorgen durch den Einsatz dieser technisch hochkompliziert gestrickten technischen Hilfsmittel, Kleidung und Haushaltsgeräte mitbestimmt.

So gibt es z. B. Brillen, die den Ärzten die Werte des Patienten während der OP anzeigen, die die Feuerwehrmänner in einem brennenden Haus leiten und sie genau dahin bringen, wo die Menschen sind, die ihre Hilfe dringend benötigen; die die Vitalfunktionen von Sportlern während des Trainings überwachen oder uns Konsumenten durch die wirre Welt der unzähligen Warenregale der großen Lebensmitteldiscounter navigieren und ganz nebenbei noch über die jeweiligen Nährwerte der Produkte informieren.

Mitdenkende Westen, die durch Sensoren, Kameras und entsprechende Software den Tennistrainer, Tanzlehrer oder Dolmetscher ersetzen können, den Blutzuckerspiegel eines Diabetikers messen und gleich die empfohlene Dosis Insulin auf dem eingearbeiteten Display ausgeben oder per Bluetooth an das Handy, die Armbanduhr oder gar an die Spritze selbst weiterleiten, die den Anruf im Büro während einer Schussfahrt auf den Skiern ermöglichen und fast nebenbei noch einen Videostream von der Tiefschneefahrt erstellen, den man sich dann während der nächsten Liftfahrt auch gleich ansehen kann. Oder T-Shirts, die wie jeher waschbar und tragbar sind, aber gleichzeitig auch als Monitor für Videoclips, etc. dienen können.

Ebenso existieren bereits „intelligente“ Haushaltsgeräte, wie der multimediale Kühlschrank, der per WLAN im Geschäft deines Vertrauens die Bestellung der benötigten Lebensmittel anfordert, die Bezahlung – wie selbstverständlich - durch einen Lastschrifteneinzug vornehmen oder dem Kreditkartenkonto belasten lässt. Geliefert wird dann spätestens innerhalb eines Tages und damit nicht genug, unterhält der integrierte Fernseher noch deine Familie während der Mahlzeiten. Auch kann die hypermoderne und hochtechnisierte Kühlbox via Bluetooth alle anstehenden Termine des Tages auf die entsprechenden Familien-Handys weiterleiten. Sie existiert bereits, diese Maschine, die seinem Benutzer aufdiktiert möchte, was es zu essen gibt, und wo er die Lebenmittel – z. B. die Eier – abzulegen hat, damit er auch korrekt zählen und nachbestellen kann. Hatte der Mensch wirklich immer davon geträumt? Doch mit dem denkenden Kühlschrank ist es natürlich nicht genug. So gibt es inzwischen auch ein „intelligentes“ Badezimmer, das beim Betreten am Morgen deinen Blutdruck kontrolliert und eine Kloschüssel, die sich nicht nur um die Entsorgung der Väkalien kümmert, sondern auch um deine Gesundheit „besorgt“ ist. Der Morgenurin wird zu diesem Zweck unverzüglich einer detaillierten Analyse unterzogen. Das Ergebnis führt unverzüglich zu einer Absprache zwischen Kloschüssel und Kühlschrank, da in deinem Harn ein erhöhter pH-Wert nachgewiesen wurde und dein Organismus übersäuert zu sein scheint. Sofort werden erste Gegenmaßnahmen eingeleitet, d. h. deine Ernährung wird vorsorglich schon einmal umgestellt und wie soll es anders sein, nur um auf Nummer sicher zu gehen, wird per E-Mail-Verkehr gleich noch ein Termin bei deinem Hausarzt vereinbart, die Bestellung der entsprechenden Lebensmittel erfolgt sogleich beim Reformhaus oder Bioladen.

Ob diese oder ähnliche Erfindungen nützlich oder überflüssig sind, entscheidet nicht die Industrie alleine, sondern vor allem das Konsumverhalten und der Wille des Verbrauchers. Gott sei Dank, wenigstens ein Stück Zukunft, auf das wir noch Einfluss nehmen können bzw. das wir mitgestalten können. Aber wie sieht es mit dem Nachfolgenden aus? Robotik - In Kyoto rauscht ein Roboter mit dem Einkaufszettel einer alten Dame durch die Gänge und sammelt die entsprechenden Lebensmittel für sie ein. Science Fiction? Nein, das ist bereit Wirklichkeit, ebenso wie Saya, eine japanische Hilfslehrerin, die bis jetzt zwar nur als Aufsichtsperson fungiert, aber immerhin menschlich aussieht und sechs Emotionen beherrscht. Sie mit entsprechendem Fachwissen zu versorgen, damit sie als vollständige Lehrkraft einsetzbar ist, wäre nur noch ein kleiner Schritt. Da Japan Angst vor einem Facharbeitermangel hat, sollen Roboter in Kränkenhäusern, im Sicherheitsdienst, aber auch im Eigenheim eingesetzt werden. Die Maschinenmenschen wischen nicht nur Fußböden, sondern sie mixen auch Getränke, servieren Sushi oder schneiden Gemüse. Japan ist die Heimat von fast der Hälfte aller 800.000 Roboter weltweit geworden.

Und das Pentagon plant rücksichtsvollere Kampfroboter, die nach ethischen und moralischen Grundsätzen handeln können. Weil ein US-amerikanischer Kampfautomat, der letztes Jahr im Irakkrieg eingesezt wurde, wild um sich geschossen hatte. Er konnte Freund und Feind nicht unterscheiden. Will man den veröffentlichten Zahlen Glauben schenken werden bis dato etwa ein Drittel aller US-Fluggeräte im Naheinsatz unbemannt sein.

Klar sind diese Roboter noch klassische Hardware mit Software und keine menschgleichen Wesen. Doch was die geplante Symbiose aus Robotik, KI und Nanotechnologie einmal anrichten kann und wird, spottet m. M. n. jeder Beschreibung. Ich kann nicht nachvollziehen, welchen Sinn es machen soll, ein künstliches Wesen zu erschaffen, dass in naher Zukunft in jeder Richtung besser als sein Original sein wird. Diese Bedenken werden bereits allerorts heftig diskutiert, auch von den Kirchenvertretern. Zentrales Thema dabei ist immer, ob man Maschinen, die wie Menschen aussehen, wirken und denken, auch wie solche behandeln muss. Ist das nicht eine Farce? Muss „Nummer 5“ wirklich leben? Sind wir Menschen dann nicht nur noch ein „Auslaufmodell“? Aber dagegen können wir etwas tun, in dem wir eben einmal nicht tun, was möglich wäre! Aber Roboter sind – wenn wir es einmal so bezeichnen wollen – Feinde die wir sehen, hören und zur Not auch abschalten können. Aber wie sieht es mit den selbständig denkenden und unberechenbaren Winzlingen der Nanotechnologie aus?

„Dummes“ Brot - stellvertretend für alle Lebensmittel – ist genauso Schnee von gestern, wie „dumme“ Farben, Lacke und Flachglas oder Medikamente und Sonnencremes, etc. Durch die Nanoversiegelung (Lotuseffekt) erreicht man beispielsweise, dass auf Fassaden, Fensterschreiben oder Lacken der Schmutz nicht mehr haftet kann, außerdem macht es die versiegelten Oberflächen auch kratzfest – putzwütige Hausfrauen und Autofetischisten können somit endlich aufatmen; Fensterputzer, Maler und Lackierer haben dagegen das Nachsehen.

In der Medizin helfen diese winzigen „Maschinen“ – kleiner als ein rotes Blutkörperchen – die Medikamente genau dahin zu transportieren, wo sie wirken sollen. So bekämpfen sie die Viren direkt oder reparieren defekte Zellen. Die Winzlinge, die frei schwimmen und nicht mehr positioniert und gesteuert werden müssen, die selbständig arbeiten und die Krebszellen erkennen können, helfen so, diese Geisel der Menschheit zu besiegen. Eine tolle Sache, wirklich! Doch leider hat auch diese Medaille zwei Seiten: Die Nanoteilchen, die nicht wieder ausgeschieden werden können und daher im Blutkreislauf verbleiben, zerstören im Laufe der Zeit auch das, was sie anfänglich heilen konnten, nämlich Zellen, Gewebe und Organe. Und da beginnt es für mich persönlich sehr schwierig zu werden, mich mit diesem Thema anfreunden zu können. Denn über die Atemluft, durch Hautcremes, Spritzen oder Medikamente gelangen sie unbemerkt in unseren Blutkreislauf! Die EU-Richtlinie für die Kennzeichnungspflicht ist zwar bereits beschlossene Sache, doch muss sie von den Mitgliedsstaaten erst bis Mitte 2013 umgesetzt werden.

„Nanomaschinen“ können wirklich vielfältig eingesetzt werden, so auch auf folgenden Gebieten: Computernetzwerk und Überwachung durch „intelligenten Staub“, im Militär als Waffen oder zur Spionage, außerdem sind Nanomaschinen in der Lage die Leistungsfähigkeit einer Person zu steigern, die Psyche eines Menschen zu kontrollieren und zu überwachen oder sie können durch bestimmte genetische Codes Menschen auch umbringen. Noch irgendwelche Fragen?

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Operation Ferienjob

7. Oktober 2009 - 12:01

Kinderarbeit ist vollkommen zu Recht verboten, doch würden sich viele Jugendliche in den Ferien gerne ein wenig Extrataschengeld verdienen. Unsere Autorin hat sich durch den Paragraphenwirrwar gekämpft und musste schließlich aufgeben. Ein Plädoyer für Kinderarbeit.

Text von Cynthia Spangenberg

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Die Zahnradwelt

6. September 2009 - 23:45

Unsere Welt wird immer vernetzter und immer schneller - und doch werden Politiker für viele Jahre währende Legislaturperioden gewählt. Welche Veränderungen braucht unser globales Uhrwerk und was können wir tun - was müssen wir tun? Denkanstöße und Fragen.

Gastkommentar von Uwe Grünefeld

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Es lebe die Freiheit!

15. Juni 2009 - 16:17

Viele haben den Glauben an die Demokratie verloren. Warum die Pessimisten richtig liegen und warum die demokratischen Systeme längst nur noch Kulissen für undemokratische Vorgänge sind, erläutert dieser Kommentar.

Text von Geert van Deer

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Meine Hobbys, meine Fotos, mein Leben

31. März 2009 - 22:57

«Rede nie mit einem Fremden», haben uns unsere Eltern, als wir klein waren eingebläut. Doch wie hätten es unsere Eltern wohl gefunden, dass wir einem Fremden unser ganzes Leben preisgeben. Einem Fremden? Ach was! Millionen von Fremden! In so genannten «Social Networks», wie StudiVZ, MySpace oder SchülerVZ, opfern immer mehr Jugendliche ihre Privatsphäre und erzählen Dinge über sich, die man normalerweise nur dem besten Freund offenbaren würde.

Text von Frederik Simon

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Alle Jahre wieder

29. März 2009 - 20:30

Sie sind gefährlich! Sie stumpfen uns ab! Sie machen uns alle zu potentiellen Amokläufern! Doch welche Rolle spielen die so genannten «Killerspiele» bei Amokläufen und wie gefährlich sind sie eigentlich? Ein Kommentar.

Text von Frederik Simon

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Sprechen Sie Deutsch - Jetzt aber richtig!

25. März 2009 - 23:23

Nun ist es also an der Zeit, mit halbausgegorenen Rechtschreibreformen Schluss zu machen - etwas Neues muss her, etwas radikal Anderes: Ein Konzept für eine ganz neue Art zu schreiben, das schlüssig, einfach und allgemein verständlich zu gleich ist - aber dennoch mit den heutigen Konventionen vollkommen bricht.

Text von Karl Oßwald

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Sprechen Sie Deutsch!

18. März 2009 - 20:48

Die deutsche Rechtschreibung. Was hat sie nicht schon alles zu leiden gehabt. Oder sollte es heißen: Was haben wir nicht alles darunter zu leiden gehabt? Es gab einmal eine schöne Zeit, in der jeder geschrieben hat, was er gehört hat. Naja, eigentlich nicht jeder - die wenigsten konnten schreiben und noch weniger haben etwas auf Deutsch geschrieben, was uns dann auch noch erhalten geblieben ist.

Text von Karl Oßwald

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Yes, they can!

29. Dezember 2008 - 19:22

Der Countdown läuft. Mit jeder Sekunde tickt George W. Bush seinem Auszug aus dem Weißen Haus entgegen. Und nicht nur Spiegel Online zählt die ihm verbleibenden Minuten, Millionen Menschen warten sehnsüchtig auf dieses Ende, denn ein Ende ist es nur für Bush selbst. Für den Rest der Welt ist es ein Anfang, eine Chance, die vor allem einer nicht ungenutzt verstreichen lassen soll: Barack Obama, der, der mit seiner Frau Michelle und seinen beiden Töchtern Malia und Natasha den bald wieder freien Platz im Weißen Haus einnehmen wird.

Text von Cynthia Spangenberg

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Weihnachten - ein Produkt?

30. November 2008 - 2:01

Weihnachten. Die meisten Leute verbinden dieses Wort doch mit einem schönen Fest. Einem Fest, das für gläubige Christen eine ganz besondere Bedeutung hat. Und selbst wenn man nicht religiös ist, sprich Weihnachten keinen tieferen Sinn für einen hat, feiert man es trotzdem. Schließlich ist es deshalb nicht völlig sinnentleert. Es ist immer noch ein schönes Fest, eine Tradition, man trifft die Familie, Freunde, es gibt Geschenke.

Text von Cynthia Spangenberg

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