Spieletipp 01/09: Ankh
23. Januar 2009 - 15:05
Unser Spieletipp im Januar: Eines der wohl besten Adventures der letzten Jahre.
Worte an die jüngere Generation
Es gab eine Zeit da regierten sie den Markt. Vor allen Ego-Shootern, RPGs und MMORPGs. Die Adventures. Vor allem die sog. Point-And-Click-Adventures.
So bezeichnet man Computerspiele, in denen man den Helden per Mausklick durch mehrer Schauplätze steuert und ihn allerlei Gegenstände aufsammeln lässt, welche man dann geschickt kombinieren muss, um bestimmte Rätsel zu lösen. Klingt öde? Nun das ist es aber nicht. Denn mit Ankh zeigt der Entwickler Deck13, wie man das eingerostete Spielprinzip wieder auf Vordermann bringt.
Ein Königreich für einen Flaschenöffner
Ankh ist im antiken Ägypten angesiedelt und der Held namens Assil ist ein junger Mann, welcher sich bei einer Party in einer Pyramide einen Todesfluch zuzieht und zudem eine Art Flaschenöffner – das Ankh – mitgehen lässt. Dieses stellt jedoch ein weitaus wichtigeres Symbol dar, das besonders der finstere Gott Osiris begehrt, da es ihm Macht und vor allem Leben verleiht. Das Ankh ist nämlich das Zeichen des Lebens.
Pharaonen sind nicht unbedingt gewillt, einen Todesfluch einfach so aufzuheben
Ziel des Spieles ist es also sich den Todesfluch wieder vom Hals zu schaffen, was sich als nicht ganz so einfach entpuppt. Denn schließlich kann nicht jeder Beliebige einen Todesfluch aufheben, sondern nur der Pharao höchst persönlich oder natürlich ein Gott. Da stellt sich doch die Frage, wen man leichter konsultieren und um Hilfe bitten kann. Assil entscheidet zunächst für den „Gott auf Erden“ – den Pharao.
Doch gibt es zwei entscheidende Probleme: Zum einen kann nicht jeder Bürger einfach beim Pharao rein und raus spazieren, wie es ihm beliebt und diesen mit seinen Problemen belasten und zum anderen sind Pharaonen nicht unbedingt gewillt, einen Todesfluch einfach aufzuheben.
Doch zunächst einmal hat Assil noch eine andere Sorge am Hals als nur den Fluch los zu werden. Denn Assil hat von seinem Vater erst mal Hausarrest bekommen, da diesen die Pyramidenparty nicht gerade erfreut hat. Also sitzt Assil zu Spielbeginn in seinem Zimmer fest und muss einen Weg aus dem Haus finden.
Auf diese Weise erhält das Spiel geschickt die Motivation des Spielers. So weiß dieser zwar, dass er über kurz oder lang, den Pharao „besuchen“ und sich des Fluchs entledigen muss, aber dennoch gilt es immer zunächst ein kleineres Rätsel zu lösen, welches ihn wieder einen Schritt voran bringt.
So ist es für Assil nach der erfolgreichen Flucht noch ein weiter Weg, bis er schließlich zum Pharao kommt und ein noch weiterer, bis er seinen Fluch endlich los ist. Doch diesen weiten Weg nimmt man gerne in Kauf, kann man sich an der stimmig inszenierten Spielwelt doch kaum satt sehen. An jeder Ecke warten skurrile Charaktere, mit welchen man sich – nicht zuletzt wegen der großartigen Vertonung durch viele bekannte Synchronsprecher – gerne unterhält.
So vergehen viele schöne Stunden, in denen du dich beispielsweise durch Kairo, die Wüste, das Meer oder den Pharao-Palast klickst, bis schließlich der Abspann erscheint.
Witz komm raus...
Doch springen wir noch einmal zum Beginn der Geschichte. Denn kaum hat man einen Weg nach draußen gefunden trifft man auf zwei "Meuchelmörder" – zumindest behaupten sie dies zu sein(Und haben „gestern erst ihr Diplom“ erhalten). Und wer bisher noch Zweifel über den Ernst des Spiels hegte, wird sich nun völlig im Klaren sein, dass dieses Spiel nichts und niemanden ernst nimmt - auch nicht sich selbst. So kann man sich mit den beiden Meuchelmördern darüber unterhalten, wie dieses Spiel überhaupt funktioniert. Beispielsweise drohen die beiden unserem Assil an, ihn umzubringen, worauf dieser ihnen ungläubig die Frage stellt, ob er in diesem Computerspiel überhaupt sterben kann?
Humor wird durch das gesamte Spiel hindurch sehr groß geschrieben. Immer wieder stößt man auf witzige Details. Sei es nun eine Kamelwaschstraße, ein Souvenirverkäufer vor der Sphinx, der Lebensbalken, der plötzlich über Assil auftaucht und damit zeigt, dass er anscheinend doch sterben kann oder der Sklavenherr und dessen Sklave, die sich über Fußball unterhalten. All das macht die Welt von Ankh zu einem stimmigen Gesamtwerk.
In jedem Winkel verbirgt sich eine Anspielung oder ein Witz und dennoch macht der Humor das Spiel nicht lächerlich, sondern regt viel mehr dazu an, sich auch noch durch den nächsten witzigen Dialog zu klicken.
Ton ab!
Auch in Sachen Vertonung brilliert Ankh. Oliver Rohrbeck – vor allem bekannt als Sprecher von Justus Jonas (Die drei ???) – spricht Assil. Zudem kommen unter anderen die deutschen Stimmen von Arnold Schwarzenegger oder Kevin Costner zum Einsatz. Die Sprecherleistungen sind durchweg gut und es macht wirklich Spaß den genialen Dialogen zuzuhören und man kann beinahe nicht anders als jede Antwortmöglichkeit auszuprobieren, um dem weiteren Verlauf des Gesprächs lauschen zu dürfen.
Fazit
Wer sich also ein wenig für Point-and-Click-Adventures begeistern kann und sich nach einem Spiel sehnt, das die Umwelt und sich selbst nicht so ernst nimmt und dennoch eine tolle und interessante Geschichte erzählt, der ist mit Ankh bestens beraten.
Alle anderen – ebenfalls!

Ankh ist in jeweils seperaten Versionen für Linux, Windows und MacOS X erhältlich.

Vor dem Haus begegnet Assil zwei Meuchelmördern, die ihn umbringen wollen.

Sam Fish....ähm nein natürlich der Held Assil. Oben rechts die Lebensenergie: Kann man also doch sterben?

Eigentlich wollte sich Assil nur ausruhen ...

... doch dann berechnet eine in ihrere Ruhe gestörte Mumie den Schaden, den er angerichtet hat.

Der Souvenirhändler bringt seine Ware an den Gott.

Assil und die Tochter des arabischen Botschafters kommen sich im Laufe des Spiels näher.









Ich habe sowohl Ankh als auch Ankh 2: Herz des Osiris gespielt und fand beide Teile ausgesprochen toll. Selten ist ein Spiel so amüsant.
Ich habe Ankh auch gespielt, auf dem Mac, da kann ich dir nur zustimmen.
Wie lautet das elfte Gebot, das Moses von Gott erhalten sollte? "Du sollst nicht nehmen zu ernst den ganzen Kram" Doch leider war Moses zu sehr mit Fußball beschäftigt (er ist der beste Stürmer der Nil Krokodile) und konnte deshalb nicht. Da traf der Pharao auf Gott (in Gestalt eines Buschs), reizte ihn, so dass er in Flammen aufging und ihm die Tafel übergab. Assil bakte das geschenk aus (da der Pharao keine Knoten öffnen kann) und machte es versehentlich kaputt. na hoffentlich war das nicht wichtig...
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