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Spieletipp 11/09 – Geheimakte Tunguska

30. November 2009 - 23:59

Es handelt sich hierbei nicht um eine neue Wodkasorte, einen Spionagefilm oder einfach nur eine Region. Nein, »Geheimakte Tunguska« ist ein PC-Spiel und unser Spiele-Tipp für den November.
Völlig unabhängig von Lisas Artikel fiel mir kürzlich dieses Adventure in die Hände. Ich spielte es innerhalb von 2 Tagen durch, wog ab und befand es als gut genug, um es nun euch, unseren Lesern, zu empfehlen.

Text und Screenshots von Frederik Simon

Worum geht’s

Nina will sich mit ihrem Vater, der Wissenschaftler ist, in seinem Labor im Museum treffen, trifft diesen aber nicht an. Das Labor sieht dagegen völlig unordentlich aus und Nina befürchtet, dass ihrem Vater etwas zugestoßen sein könnte. Sie ruft die Polizei, aber diese erklären ihr höflich, dass sie ihr nicht helfen könnten, weil ein erwachsener Mann tun und lassen dürfe, was er wolle. Auch Hals über Kopf sein Labor verlassen, zuvor alles durchwühlen und einfach verschwinden.
Also muss Nina selbst herausfinden, was mit ihrem Vater passiert ist.
Im Museum findet sie, den völlig verängstigten Museumswärter, der ihr irgendetwas von Menschen mit Kutten erzählt.
Auch der Kollege von Ninas Vater Max kann ihr nicht helfen. Er hat überhaupt nichts mitbekommen.

Tunguska?

Das Spiel trägt nun aber nicht »Tunguska« im Titel, weil es besonders toll klingt, aber sonst nichts damit zu tun hat. Es stellt sich heraus, dass Ninas Vater einst zu einem Forschungsteam gehörte, das die merkwürdige Explosion in der Tunguska Region untersuchen sollte.
Dort gelangte er offenbar zu einer überraschenden Entdeckung. So überraschend, dass er nun verschwunden ist?
Auf jeden Fall ist diese Forschungsarbeit Ninas einzige Spur und sie macht sich auf den Weg. Im Spiel stattet der Spieler jedoch nicht nur der Tunguska-Region einen Besuch ab, sondern gastiert auch in Kuba, Irland, China und schließlich in der Antarktis.

Point and Click!

»Geheimakte Tunguska« orientiert sich an den klassischen Point-and-Click-Adventures, wie Monkey Island oder The Day of the Tentacle. Man steuert eine Spielfigur, indem man auf der Bildschirmoberfläche auf Objekte klickt, um diese aufzuheben, Objekte kombiniert, an anderer Stelle wieder verwendet und dadurch das ein oder andere Rätsel löst.

Alles in allem ist die Bedienung dieses Adventures über jeden Zweifel erhaben


Ein interessanter Kniff in diesem Spiel ist, dass man als Spieler nicht jeden beliebigen Gegenstand kombinieren darf, um dann die immer gleiche Antwort zu hören: »Das kann ich nicht tun« oder »Diese Gegenstände passen nicht zusammen«. Stattdessen ändert sich der Mauszeiger, wenn zwei Objekte kombiniert werden können. Das erleichtert den Spielfluss ungemein, da man nicht durch unnötig viele Klicks probieren muss, sondern schon auf einen Blick sieht, ob eine Kombination möglich ist oder nicht.
Alles in allem ist die Bedienung dieses Adventures über jeden Zweifel erhaben. Durch den sich verändernden Mauszeiger sieht man sofort, welche Objekte in der Umgebung benutzbar sind und welche man nur betrachten kann. Auch lassen sich auf Knopfdruck alle Objekte in der Szenerie anzeigen, die benutzt oder untersucht werden können und sollten.
Außerdem gibt es ein Tagebuchsystem, in dem alle wichtigen Informationen gesammelt werden und in dem sich bei besonders kniffligen Rätseln auch Rätselhilfen finden lassen. So findet man sehr schnell den Anschluss an das Spiel, auch wenn man mal eine Zeit lang nicht gespielt hatte.

So schaut's aus!

Wenn ich nun einfach schreiben würde »Das Spiel verwendet 2D-Hintergründe, in einer Auflösung von 1024x768«, dann würde ich manch einen sicher der veralteten Technik wegen enttäuschen und vor allem würde diese Beschreibung dem Spiel nicht gerecht werden.
Die gezeichneten Hintergründe, sind in sich stimmig, detailreich und liebevoll animiert. Durch diese Zeichnungen steuert man hübsch animierte 3D-Figuren, die perfekt in die 2D-Umgebung passen. Durch die Detailverliebtheit vergisst der Spieler schnell, dass die Hintergründe »nur« gezeichnet sind. Sie sind einfach hübsch.

Auch was die Zwischensequenzen angeht überzeugt das Spiel auf ganze Linie. Derartig dramatisch gut geschnittenen Filmausschnitte, die wirklich Spannung aufbauen, habe ich selten in einem Adventure zu sehen bekommen. Diese sind, wie das gesamte Spiel, zudem noch sehr gut vertont. Auch hier leihen Synchronstimmen bekannter Stars, den Charakteren ihre Stimmen. Darunter: Jonny Depp, Angelina Jolie und Tom Hanks.

Die Geschichte

Die Geschichte packt einen vom ersten Moment an und lässt den Spieler kaum mehr aus ihrem Bann. Die einzelnen Abschnitte erstrecken sich nicht allzulang und der Spieler hat immer sein nächstes Ziel vor Augen. Ein weiterer Kniff ist, dass man oft zwischen Nina und Max wechseln kann und dann entweder den einen oder die andere spielt. Zum Teil müssen Rätsel zusammen gelöst werden, später aber trennen sie sich und forschen an verschiedenen Orten nach Informationen zu Ninas Vater.

Auch die Lernkurve ist gut gelungen und die Rätsel werden mit der Zeit kniffliger.


Auch die Rätsel sind durchaus gut gelungen. Es gibt zwar einige Momente, in denen man einfach mal alles ausprobieren muss, aber das ist eine seltene Ausnahme. Allerdings gibt es auch einige der varhasstesten Rätsel für Adventurespieler – Schieberätsel. Hierbei hilft jedoch fast immer die Rätselhilfe und gibt Tipps, die beinahe die komplette Lösung verraten. Wer also keine Lust auf derartige Knobeleien hat, kann einfach einen Blick in die Rätselhilfe werfen.
Auch die Lernkurve ist gut gelungen und die Rätsel werden mit der Zeit kniffliger. Allerdings nimmt die Qualität der Rätsel gegen Ende etwas ab. So muss man auch erst mal drauf kommen, dass ein brütender Pinguin, nicht auf einem Ei, sondern auf einer Art eiförmigen Sicherung sitzt.

Fazit

Alles in allem ist »Geheimakte Tunguska« ein sehr gelungenes Adventure. Vor allem für Spieler, die mehr Wert auf eine spannend erzählte Geschichte legen als auf den Humor. Zwar gibt es auch etliche humorvolle Anspielungen, dennoch liegt das Hauptaugenmerk auf der spannenden Geschichte.
Bewertung

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Liebevoll gestaltete Hintergründe zeichnen das Spiel aus. Hier befinden wir uns mitten in Tunguska.


In diesem »Krankenhaus« möchte ich nicht behandelt werden.


Männer in schwarzen Kutten mitten in der Antarktis. Was da wohl vorgehen mag?


Gelegentlich dürfen wir auch als Max agieren. Hier befinden wir uns im verregneten Irland.

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