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De Libris: Die Glasbücher der Traumfresser

11. Juni 2010 - 17:28

Wie würdet ihr es finden, wenn euch alle Erlebnisse und Kenntnisse mit Hilfe einer Maschine quasi abgesaugt werden? Jeder von euch würde versuchen dagegen zu protestieren, nehme ich an. Das haben in diesem Buch auch drei Personen getan; sie begehren dagegen auf, aber wie? Lest doch selbst ...

Text von Lisa Roderer

Miss Temple, eine Dame aus besserem Hause, wird von ihrem Verlobten aus heiterem Himmel verlassen und beschließt den Grund dafür herauszufinden. So beginnt sie, ihn zu beschatten und gelangt mitten in der Nacht in ein Herrenhaus, wo scheinbar ein Maskenball stattfindet. Von einer mysteriösen Dame in Rot in ein Zimmer gelockt, soll sie sich für eine Prozedur umziehen, der sie sich unterziehen soll. Anschließend wird sie Zeugin ebendiesen Verfahrens auf der Bühne des Theaters. Eine Frau wird nackt auf einem Tisch angeschnallt, an ihrem Körper werden unzählige Schläuche angeschlossen und eine brillenähnliche Maske aufgesetzt. Dann wird der Strom eingeschaltet und die Schreie der Frau gellen durch die Halle. Das Publikum spendet tosenden Beifall und Miss Temple erkennt, dass die Frau von nunan dem Willen der Clique folgt. Sie beschließt zu fliehen und etwas gegen diese Menschen zu unternehmen.
Kardinal Chang ist weder ein Geistlicher noch ein Asiate - er ist ein Auftragskiller. Eigentlich sollte er für einen Klienten einen Mord begehen, aber ihm scheint jemand zuvorgekommen zu sein, denn er findet sein Opfer bereits tot vor. Da dies an seiner Ehre kratzt, will er herausfinden, wer hinter dem Anschlag steckt. Indess trifft er ebenfalls auf die Clique, die eine Prostituierte, in die sich Chang einst verliebt hatte, der Prozedur unterzieht. Auch er fasst den Beschluss der Clique zu schaden und ihrem Treiben auf den Grund zu gehen.
Kapitän Svenson ist der Hausarzt des Prinzen Karl-Horst von Mecklenburg. Er hat den Befehl auf ihn aufzupassen, damit dieser keine Dummheiten anstellt, schließlich soll er bald verlobt werden. Allerdings verliert der Doktor seinen Schützling zwischenzeitlich aus den Augen, was zur Folge hat, dass der Prinz beinahe der Transformation unterzogen wird. Svenson platzt noch vor dem Beginn in die Prozedur hinein und das Experiment schlägt fehl. Er erhascht bei seiner Befreiung einen Blick auf ein Buch - es ist blau und scheinbar aus Glas. Als der Prinz in der Nacht schon wieder verschwindet, ist er sich sicher, dass wieder die Clique dahintersteckt. Da er ein loyaler Soldat ist, schwört er hinter das Geheimnis zu kommen und macht sich auf die Suche.
Wer ist die Clique und was haben sie mit den von der Transformation verwandelten, willenlosen Menschen vor? Was hat es mit dem mysteriösen Büchern auf sich? Warum haben alle Personen, die der Prozedur unterzogen wurden, rote Ränder um die Augen, die zuerst wie verbrannt und nach einiger Zeit nur noch wie Schatten zu erkennen sind? Und was passiert, wenn ein Mensch mit den Büchern in Hautkontakt gerät? Dies alles sind Fragen, auf die ich euch wissentlich keine Antwort geben werde.

Zum Autor:

Gordon Dahlquist wurde 1961 in Seattle geboren und lebt in New York, wo er auch schon einige Theaterstücke insziniert hat. «Die Glasbücher der Traumfresser» ist sein erster Roman, dennoch hat er mit seinem Debüt viele sehr gute Kritiken erhalten.

Fazit:

Zuerst wirken die über 900 Seiten des Buches äußerst abschreckend. Hat man aber einmal damit angefangen, kann man sich nur mit Mühe davon lösen. In diesem Punkt hat dieses Werk etwas mit den mysteriösen blauen Glasbüchern gemeinsam. Da der Blickwinkel bei jedem Kapitel zwischen den drei Hauptpersonen wechselt, werden die Ereignisse parallel beschrieben und man erfährt, was die anderen Personen zu selben Zeit getan haben. Man braucht am Anfang ein wenig Zeit, um sich daran zu gewöhnen, aber spätestens ab dem vierten Kapitel erkennt man sie und gewöhnt sich an die Perspektivenwechsel. Meiner Meinung nach lohnt es sich wirklich sich diesem Werk und den kuriosen Erlebnissen der Protagonisten hinzugeben. Außerdem ist bereits der zweite Teil «Das Dunkelbuch» erschienen. Man kann also gespannt sein, wie es weitergeht. Ihr werdet davon bald hier lesen können.

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Gordon Dahlquist: Die Glasbücher der Traumfresser, blanvalet-Verlag, Softcover, 926 Seiten, 9,95 €, ISBN 978-3442372744


Gordon Dahlquist: Das Dunkelbuch, blanvalet-Verlag, Hardcover, 608 Seiten, 21,95 €, ISBN 978-376450241

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Faszinierend fand ich die Bücher ja schon lange, aber die Aufmachung mit dem Schuber und den zehn einzelnen Taschenbüchern ließ darauf schließen, dass das 10 verschiedene in sich geschlossene Geschichten sind. Na so kann man sich eben täuschen ...

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